Hallenmasters 2018: „Zehn Spieler jagen acht Minuten einem Ball nach – und am Ende gewinnt die WFI!“

Von Dominik Sandler

Noch neun Sekunden bis zum Schlusspfiff. Neun Sekunden, bis die WFI den Pokal in die Höhe strecken darf. Doch dann kommt Simon Kolb: Seelenruhig nimmt der Sozialpädagoge den Ball mit der Brust an, lässt einen Verteidiger stehen und schiebt zum Ausgleich ein. „Hier regiert die Altmühl-Stadt!“ kreischen die frenetisch feiernden Fans der SozPäds. Die Halle bebt. Am Ende geht der Pokal trotzdem nach Ingolstadt.

Aber von vorne: Die Endrunde der Hallenmasters begann für viele Zuschauer erst einmal damit, nicht in die Halle gelassen zu werden. Der neue Italiener, der sich seit knapp zwei Wochen im Erdgeschoss der DJK Halle befindet, machte seinen eigenen Getränkeverkauf und so mussten Fremdgetränke draußen bleiben. Als Ausgleich gab es dafür einen „Pizza to go“ – Stand, für Verpflegung wurde also gesorgt.

Auch fußballerisch bot sich den Zuschauern gleich zu Beginn ein Leckerbissen: In einem engen Match zwischen den Sozpäds und den Porno Journos führten die Journalisten bis kurz vor Schluss überraschend mit 1:0. Den SozPäds drohte damit ein erneutes Aus im Viertelfinale. Doch in den letzten Minuten ließen bei den Porno Journos die Kräfte nach und die SozPäds konnten sich – letztlich auch verdient – mit 2:1 durchsetzen.

Das zweite Viertelfinale war an Spannung kaum zu toppen. Vorneweg: RB Waisenhaus gewann 16:15 (!) nach Siebenmeterschießen gegen die Sportis. Bei beiden Teams schienen die Torhüter keine Chance zu haben, einen Ball zu halten. Deshalb entschieden die Schiedsrichter gemeinsam mit dem Orga-Team, neben den drei normalen Schützen auch die Torhüter schießen zu lassen. Und das führte prompt zur Entscheidung: Der Keeper der Sportis jagte den Ball Richtung Eckfahne, während sein Gegenüber cool blieb und traf. Somit mussten sich die Sportfreunde überraschend schon nach dem Viertelfinale aus dem Titelrennen verabschieden.

Auch das dritte Viertelfinale musste nach einem packenden Spiel zwischen den Hunden und Skul United vom Punkt entschieden werden und auch hier kam es zu einer Überraschung: Der letztjährige Sieger, Pawlows Hunde, musste sich mit 3:4 geschlagen geben.

Einzig souverän ins Halbfinale eingezogen ist hingegen die WFI, die sich im letzten Viertelfinale mit 3:1 gegen Collegium Orientale behaupten konnte.

Die Halbfinal-Partien hießen somit Sozpäd United – Skul United und WFI – RB Waisenhaus. Beide Spiele verliefen – entgegen der Viertelfinals – sehr eindeutig und die Favoriten SozPäd United (4:0) und WFI (3:0) sicherten sich problemlos die Finaltickets. Im Spiel um Platz Drei sicherte sich RB Waisenhaus die Bronzemedaille (1:0).

WFI und SozPäds liefern sich Finale auf Augenhöhe – Mit dem besseren Ende für die Donaustädter

Alles machte sich also bereit für das große Finale. Mittlerweile war die Halle bis zur Decke gefüllt, die Zuschauer warteten gespannt auf das Spiel der beiden besten Mannschaften in diesem Jahr. Zwei Mal sieben Minuten sollte es dauern. Zwei Mal sieben Minuten, die für ein Uni-Fußballturnier bemerkenswert hochklassig verliefen. Keine Mannschaft schenkte auch nur einen Zentimeter Platz her, der starke Schiedsrichter Xaver Fabisch hatte alle Hände voll damit zu tun, zu verhindern, dass sich die aufgeheizte Stimmung von den Rängen auf das Spielfeld überträgt.

Harte Zweikämpfe, starke Paraden, rüde Fouls. Einmal unaufmerksam – und plötzlich steht es 1:0 für die WFI. Die zweite Halbzeit war enger als der Nachtwächter nach der Antanzfete: Mehrmals mussten die Torhüterinnen auf beiden Seiten über sich hinauswachsen. Zweimal jagten die Sozialpädagogen freistehend aus wenigen Metern die Kugel über das Tor. Für die Ingolstädter schien das Spiel kein Ende nehmen zu wollen. Und es schien nicht nur so: Die letzten drei Minuten wurde die Uhr wie beim Basketball immer dann, wenn der Ball ins Aus ging, angehalten. Nicht ganz fair, aber erfolgreich: Simon Kolb glich neun Sekunden vor Schluss aus und führte somit ein erneutes Siebenmeterschießen herbei. Hier schoss die WFI sehr stark und konnte sich somit nicht unverdient zum Sieger krönen.

Im Anschluss ließen sich beide Teams von ihren Fanlagern – die auch die beiden größten Fanlager aller Unimannschaften stellten – feiern. Es war ein in allen Belangen würdiges Finale!

Als „Trostpreis“ bekam Simon Kolb zudem noch die Auszeichnung „bester Spieler des Turniers“ verliehen. Beste Torhüterin wurde in Ulli Daufratshofer überraschend ebenfalls eine „gebürtige“ Sozialpädagogin, die in diesem Jahr beim Letztplatzierten, Olympia Ulmer Hof, mitspielte und hielt, was es zu halten gab. Torschützenkönig wurde Julian Jossek von Dynamo Relpäd mit fünf Treffern, beste Spielerin Julia Heine von den Geos.

Präsicup.de gratuliert der WFI zum verdienten Turniersieg und wünscht allen Spielern, Fans und sonstigen Lesern frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr. Bis zum Wiesnpokal 2019!