Hallenmasters 2019

Von nassen Böden und Alfred Hitchcock

Es war bereits nach 22 Uhr als Ingolstadts Torhüter den zweiten von drei Siebenmetern hielt und die Schanzer damit zum Sieger der diesjährigen Hallenmasters kürte. Eine Chronologie.

von J.F. und M.K.

 

Bereits vor dem ersten Spiel des Abends kursierte der Begriff „Johann Sebastian Freifahrtschein“ in der DJK Halle. Der, nach eigenen Angaben, langjährige Anhänger der Sportfreunde, Aron B. hatte den Begriff in Umlauf gebracht. Von typischer Sporti-Überheblichkeit war dann auf dem Feld jedoch nichts zu sehen. Von Beginn an dominierten die Löschzwergjünger die Musiker nach Belieben. Obwohl die Sportis noch das ein oder andere Tor mehr hätten schießen können, glänzten sie mit schönen Spielzügen und gingen letztendlich mit 4:0 verdient als Sieger vom Platz.

 

Anschließend setzte sich die WFI im Siebenmeterschießen knapp gegen Pawlows Hunde durch. Dabei konnte jedoch nur die Mannschaft auf dem Platz glänzen, während sich Teile der Anhängerschaft auf der Tribüne nicht mit Ruhm, sondern ausschließlich mit Bier bekleckerten. Eine wissenschaftliche These konnte in diesem Spiel derweil nicht falsifiziert werden: Papis Geld schießt Tore. Somit stand mit den Sportfreunden Promilla und der WFI die erste Halbfinalpaarung fest.

 

In der dritten Begegnung des Abends standen die Journalisten den Geographen gegenüber. Ohne Uni-Fußball-Legende Marc Kappler, der noch immer an den Folgen eines Kreuz- und Innenbandrisses laborierte, sahen sich die Steineklopfer außer Standes, der Lügenpresse etwas entgegenzusetzen. Schlussendlich standen die Porno Journos mit einem klaren 3:0 im Halbfinale.

 

Knapper als gedacht setzten sich die Sozialpädagogen im letzten Viertelfinale gegen das Collegium Orientale durch. Mit 1:0 lösten die Sozpäds gerade so das Halbfinalticket. Vor allem die Zweikampfstärke und Laufbereitschaft der Collegiaten stellten die Sozialpädagogen vor große Herausforderungen. In einer umkämpften Partie setzte sich jedoch letztendlich die technisch versiertere Mannschaft durch.

 

Im ersten Semi-Finale des Abends standen sich, wie bereits erwähnt, die #geilstediewogibt und die neureichen Kapitalisten gegenüber. Im Duell zwischen BAföG und Papi sorgten jedoch vor allem die Gästefans erneut für Aufsehen. So ergoss sich bereits nach wenigen Minuten eine Flut an Bier über den Hallenboden und wuchs rasch zu einem mittelgroßen See an. Im Block der fachkundigen Geographen einigte man sich nach kontrovers geführten Diskussionen schließlich auf „Tümpel“ als Bezeichnung dafür, was sich auf dem Feld gebildet hatte. Freundlicherweise ließ sich der künftige Geldadel anschließend dazu hinreißen, die eigene Soße der Überheblichkeit wieder aufzuwischen. Und auch sportlich zeigten sich die Ingolstädter durchaus engagiert: In einer packenden Begegnung, die wohl keinen in der Halle kalt ließ, setzten sich die Gäste schlussendlich mit 4:2 durch und buchten ihr Finalticket.

 

Halbfinale Nummer zwei bestritten die Porno Journos gegen Sozpäd United. Gewarnt von der letztjährigen Viertelfinalpleite, agierten die Journos von Beginn an mit Bedacht. Die Sozialpädagogen vertraten eine ähnliche Haltung, was zu einem an Höhepunkten armen Spiel führte. Einer Unachtsamkeit der Sozpäds war es zu verdanken, dass sich die Journalisten dann doch einmal nach vorne wagten und zum 1:0 kamen. Dieses Tor sollte bereits zum Finaleinzug reichen.

 

Ein erstes Mal um Edelmetall ging es in der Begegnung zwischen den Sportfreunden Promilla und Sozpäd United. Deutlich besser erholt von der jeweils bitteren Halbfinalpleite hatten sich die Löschzwergjünger und ließen keinen Zweifel daran aufkommen, wer am Ende die bronzene Medaille verdient hatte. Die durchschnittliche Promillezahl der „Blauen“ spiegelte sich auch im klaren 4:0-Endstand wieder. Gerüchten zufolge hatte Aron B. zuvor in die Anzeigentafel geblasen.

 

Bereits vor dem Finale stand fest: Den überragenden dritten Platz von vor zwei Jahren hatten die Journos bereits übertroffen und waren nun bestrebt, die eigene Leistung zu vergolden.

Zunächst sah es danach aus, als würden die Altmühlstädter tatsächlich nach den Sternen greifen. Getragen von der gesamten Halle, ging die Lügenpresse Mitte des ersten Durchgangs mit 1:0 in Führung, was selbst die Psychologen dazu veranlasste in die Porno Journo Fangesänge einzustimmen. Dachten Teile der Journalistik-Anhängerschaft zur Pause, das Spiel sei bereits gelaufen und Hackels Jünger auf dem Zenit ihres Schaffens angelangt, spielte sich im zweiten Durchgang ein Drama ab, welches auch die fast unparteiischen Kommentatoren von Radio Pegasus aus der Bahn warf. Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff setzte es für die Gastgeber*innen einen heftigen Nackenschlag – 1:1. Minuten später zeigte Papas Rolex: 1:2 – die WFI auf der Siegerstraße. Erst ein Konter zum 2:2, sieben Sekunden vor der Schlusssirene, beförderte zum Teil bereits resignierende Journalisten ins Siebenmeterschießen um den Pott. Das Erdbeben der Stärke 10 rief erneut die Experten des Geo-Studiengangs auf den Plan. Wenn schon nicht sportlich, rechtfertigten diese damit endgültig ihre Anwesenheit. Journalistik-Dozent Dr. Jonas S., als Pegasus-Kommentator eigentlich zur Neutralität verpflichtet, ließ sich in diesen wilden Minuten zu Aussagen wie „Es brennt, es brennt, Feuerwehr bitte“ hinreißen. Das anschließende Siebenmeterschießen brachte eine Spannung in die Halle, die selbst Alfred Hitchcock zum Schaudern gebracht hätte. Noch in Euphorie vergaben die Journalisten zwei von drei Siebenmetern und überließen somit den Ingolstädtern voller Güte den ersten Rang.

Viel wichtiger schien im Anschluss ohnehin die dritte Halbzeit, welche neben den Journalisten vor allem die Sportfreunde erneut auf den Plan rief. Fazit: Der Pott wanderte nach Ingolstadt, der Spaß dagegen blieb in Eichstätt.

 

Platzierungen:

  1. WFI
  2. Porno Journos
  3. Sportfreunde Promilla
  4.  SozPäd United
  5.  Pawlows Hunde
  6. Collegium Orientale
  7. Geos
  8. 1. FC Johann Sebastian Ball